Jahmyr Gibbs verlängert bei den Lions: 51,5 Millionen garantiert — Rekord auf der Zahl, die zählt
Drei Jahre, 67,5 Millionen Dollar, bis zu 75,75 mit Boni. Bijan Robinson verdient pro Jahr mehr — abgesichert hat Gibbs trotzdem am meisten. Damit ist der letzte offene Running-Back-Fall dieses Sommers erledigt.
Jahmyr Gibbs und die Detroit Lions haben sich auf eine Vertragsverlängerung geeinigt: drei Jahre, 67,5 Millionen Dollar Grundvolumen, mit Boni bis zu 75,75 Millionen — davon 51,5 Millionen garantiert. Bestätigt hat den Abschluss sein Berater Todd France von Athletes First.
Die Meldungen nennen Gibbs den bestbezahlten Running Back der NFL-Geschichte. Das stimmt, aber nur auf einer von drei möglichen Zahlen — und die Unterscheidung ist der eigentliche Punkt:
Beim Jahresdurchschnitt liegt Bijan Robinson weiter vorn: 25 Millionen bei den Falcons gegen 22,5 Millionen bei Gibbs. Beim Gesamtvolumen mit Boni führt Gibbs knapp, 75,75 gegen 75 Millionen. Und bei der garantierten Summe führt Gibbs ebenfalls, mit 51,5 gegen 51 Millionen — ein Vorsprung von einer halben Million.
Genau diese letzte Zahl ist die, auf die es ankommt. NFL-Verträge sind, anders als im europäischen Fußball, grundsätzlich nicht garantiert: Ein Verein kann einen Spieler entlassen und schuldet ihm danach nur das vertraglich abgesicherte Geld. Alles darüber hinaus ist eine Absichtserklärung. Wer Gibbs also den bestbezahlten Running Back nennt, hat ausgerechnet auf der belastbarsten Größe recht — auch wenn die größere Schlagzeile im Juli Robinson gehörte.
Bei einer Position mit der kürzesten Karrieredauer und dem höchsten Verschleiß der Liga ist das kein Detail. Drei von vier Dollar sind bei Gibbs abgesichert.
Sportlich ist der Abschluss unstrittig. 2025 kam Gibbs in allen 17 Spielen auf 1.223 Laufyards aus 243 Versuchen, also 5,0 Yards pro Lauf, dazu 13 Lauf-Touchdowns. Als Passempfänger fing er 77 Bälle für 616 Yards und fünf weitere Touchdowns. Macht 1.839 Yards aus Läufen und Fängen und 18 Touchdowns. Über drei Spielzeiten stehen 3.580 Laufyards und 39 Lauf-Touchdowns zu Buche, dazu 181 Fänge für 1.449 Yards und zehn Touchdowns.
Der Vergleich mit Robinson fällt dabei erstaunlich sauber aus: Robinson hatte 2025 mit 2.298 Yards aus Läufen und Fängen deutlich mehr Raumgewinn, Gibbs mit 18 gegen elf die klar höhere Touchdown-Ausbeute. Zwei verschiedene Wege, gleich wertvoll zu sein — und zwei fast identische Verträge.
Damit endet auch Gibbs' Hold-in. Er war im Trainingscamp anwesend, hatte aber über Wochen nicht voll mittrainiert, solange der Vertrag offen war; zuletzt nannte Cheftrainer Dan Campbell Probleme im Rücken als Grund für sein Fehlen. Die Lions hatten im April bereits die Option auf ein fünftes Jahr gezogen.
Für uns schließt sich damit ein Vorgang, über den wir Ende Juli berichtet hatten, als Robinson und Gibbs gemeinsam das volle Training verweigerten. Beide Namen sind jetzt abgehakt — und mit Jonathan Taylor, der am selben Tag bei den Colts verlängerte, sind es drei große Abschlüsse auf dieser Position innerhalb einer Woche.
Das ist die eigentliche Nachricht hinter der Einzelmeldung. Jahrelang galt der Running Back als der große Verlierer am Vertragsmarkt, weil Vereine argumentierten, man könne jeden Läufer im Draft günstig ersetzen. Innerhalb von sieben Tagen wurde die Obergrenze zweimal angehoben und einmal bestätigt. Wer auf dieser Position ab jetzt verhandelt, verhandelt gegen einen anderen Markt als noch im Juli.
Vor dem Draft ist das die beste denkbare Nachricht für Gibbs-Interessenten: Das Vertragsthema ist erledigt, das Hold-in beendet, er geht ohne offene Frage in die Saison. Die 77 Fänge sind der Wert, der ihn in PPR-Ligen von einem sehr guten zu einem der wenigen wirklich sicheren Erstrunden-Picks macht — Empfangsvolumen schwankt weniger als Touchdowns, und 18 Touchdowns wird man nicht jedes Jahr sehen. Die Rückenprobleme, die Detroit zuletzt als Grund für sein Fehlen nannte, würde ich vor dem Draft trotzdem im Auge behalten und bis zum ersten Preseason-Einsatz beobachten. Im Hintergrund bleibt Isiah Pacheco der Handcuff, dessen Wert allein von Gibbs' Gesundheit abhängt.