Vertragsstreit beendet: Cardinals zahlen Brissett 15,5 Millionen Dollar für 2026
Der Streit ums Geld ist beigelegt. Jacoby Brissett und die Arizona Cardinals haben sich am Sonntag auf ein umgebautes Paket für 2026 geeinigt: Aus 4,88 Millionen Dollar Grundgehalt werden 15,5 Millionen, mit Boni sind bis zu 21 Millionen möglich.
Der Vertragsstreit zwischen Jacoby Brissett und den Arizona Cardinals ist beendet. Beide Seiten einigten sich am Sonntag – mitten im laufenden Training Camp – auf ein umgebautes Paket für die Saison 2026. NFL-Network-Insider Ian Rapoport berichtete zuerst darüber, der Klub bestätigte die Einigung anschließend selbst.
Die Eckdaten: Brissetts Grundgehalt steigt von 4,88 Millionen auf 15,5 Millionen Dollar, über Boni sind bis zu 21 Millionen erreichbar. Wichtig ist, was der Deal *nicht* ist – nämlich eine Verlängerung. Es handelt sich um einen Umbau des bestehenden Einjahresvertrags. Brissett wird nach der Saison 2026 wie geplant Unrestricted Free Agent, kann also frei verhandeln. Damit hat er genau das bekommen, was er die ganze Zeit gefordert hatte: mehr Geld für dieses eine Jahr, ausdrücklich keine zusätzlichen Vertragsjahre.
Sportlich geht es sofort weiter. Brissett soll ab Dienstag, wenn die Cardinals erstmals mit voller Ausrüstung trainieren, die Snaps mit der ersten Offense übernehmen. Eine offizielle Festlegung auf den Startplatz in Woche 1 hat der Klub noch nicht ausgesprochen – der Vertrag beantwortet die Frage allerdings faktisch, denn hinter Brissett stehen im Quarterback-Raum nur Gardner Minshew und Rookie Carson Beck. Head Coach Mike LaFleur zeigte sich erleichtert: „Ich freue mich für ihn, ich freue mich für unser Team." Über Brissetts Einarbeitung ins neue System sagte LaFleur, der Quarterback sei „ein kluger Kopf" und habe „viel Football gespielt".
Brissett selbst machte deutlich, wie sehr ihn die Hängepartie belastet hat: Er habe zuletzt nur rund drei Stunden pro Nacht geschlafen. „Es geht um deine Existenz, es ist Geschäft, und es gehört zu diesem Sport dazu."
Worum es ging
Brissett war den freiwilligen Offseason-Einheiten ferngeblieben und erschien erst zum Pflicht-Minicamp im Juni – anwesend, aber ohne an den Übungen teilzunehmen. Der Grund: Sein Vertrag für 2026 war auf maximal 5,44 Millionen Dollar dotiert, die Grundvergütung lag bei 4,88 Millionen, garantiert war davon nur ein Bruchteil. Mehrere etatmäßige Backups der Liga verdienten damit mehr als Arizonas designierter QB1 – also der gesetzte Startquarterback, was Brissett nach dem Abgang von Kyler Murray ist.
Mitte Juli erhöhte er den Druck sichtbar: Eine Instagram-Story zeigte ihn bei einer gemeinsamen Trainingswoche in Südflorida mit Wide Receiver Marvin Harrison Jr., Tight End Trey McBride sowie Elijah Higgins, Simi Fehoko und Quarterback Kedon Slovis. Die Bildunterschrift war knapp – „Great week w/ the guys!" –, die Botschaft dahinter weniger: Er hält die Offense zusammen, auch ohne Vertrag nach seinem Geschmack, und ist zugleich zentral fürs Passspiel. Rückendeckung kam öffentlich aus der Kabine, unter anderem von McBride, Paris Johnson Jr. und Budda Baker.
Ein Holdout, also ein bewusstes Fernbleiben vom Camp, blieb am Ende aus. Die Cardinals hatten sich gemeinsam mit den Carolina Panthers als erste Teams der Liga schon am 22. Juli zum Camp gemeldet, weil beide am 6. August im Hall of Fame Game in Canton aufeinandertreffen. Der Zeitdruck war also real – und wurde gerade rechtzeitig aufgelöst.
Zur Einordnung von Brissetts Ausgangslage: 2025 warf er für 3.366 Yards und 23 Touchdowns bei 8 Interceptions, bei 12 Starts in 14 Einsätzen. Es ist seine elfte NFL-Saison, LaFleur ist sein neunter Head Coach.
Entwarnung – und zwar vor allem für die Pass-Empfänger. Das Hauptrisiko lag nie bei Brissett selbst (der bleibt ein QB2 für tiefe Ligen), sondern in der Möglichkeit, dass Arizona mit einer unfertigen QB-Lösung in die Saison geht. Dieses Szenario ist vom Tisch: Brissett übernimmt ab Dienstag die First-Team-Snaps und hat das komplette Camp zur Verfügung. Marvin Harrison Jr. und Trey McBride gewinnen damit an Verlässlichkeit – bei McBride bleibt die Target-Basis ohnehin das stärkste Argument. Wer die beiden im Draft wegen der Vertragslage abgewertet hatte, kann diesen Abschlag streichen. Neuer Beobachtungspunkt ist nicht mehr der Vertrag, sondern die Einarbeitung ins System von Mike LaFleur.