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PPR, Half-PPR & Standard: die Fantasy-Scoring-Formate erklärt

Kurz erklärt

Die drei gängigen Scoring-Formate unterscheiden sich vor allem beim Fang: In Standard gibt es keine Punkte pro Fang, in Half-PPR 0,5 und in PPR (Point Per Reception) einen ganzen Punkt. Das verändert den Wert von Passempfängern deutlich.

Ein Fang bringt einen Punkt, einen halben oder gar keinen – das ist der ganze Unterschied zwischen den drei Scoring-Formaten. Klingt nach einer Kleinigkeit, verschiebt aber den Wert ganzer Positionsgruppen. Wer das Format seiner Liga nicht kennt, draftet nach der falschen Rangliste.

Die drei Formate in einem Satz

Der einzige Unterschied ist der Punkt pro Fang – englisch Reception:

  • Standard (auch Non-PPR): 0 Punkte pro Fang.
  • Half-PPR (auch 0.5 PPR): 0,5 Punkte pro Fang.
  • PPR (Point Per Reception, auch Full PPR): 1 Punkt pro Fang.

Alles andere – Yards, Touchdowns, Turnover – ist in den meisten Ligen identisch. Genau deshalb wirkt der eine Punkt so stark: Er trifft nur eine Sorte Spieler, nämlich die, die oft gefangen werden.

Das Rechenbeispiel, das den Unterschied zeigt

Ein Wide Receiver macht ein solides Spiel: 6 Fänge, 85 Receiving Yards, 1 Touchdown. Die Yards bringen 8,5 Punkte (1 Punkt je 10 Yards), der Touchdown 6 Punkte – macht 14,5 Punkte Grundwert. Dazu kommen je nach Format die Fänge:

  • Standard: 14,5 Punkte
  • Half-PPR: 17,5 Punkte (6 × 0,5 = 3 dazu)
  • PPR: 20,5 Punkte (6 × 1 = 6 dazu)

Jetzt derselbe Vergleich mit einem laufstarken Running Back: 2 Fänge, 85 Rushing Yards, 1 Touchdown. Auch er hat 14,5 Punkte Grundwert – aber er kommt in Standard auf 14,5, in Half-PPR auf 15,5 und in PPR auf 16,5.

Beide Spieler haben statistisch dasselbe geleistet. In Standard stehen sie gleichauf, in PPR liegt der Receiver vier Punkte vor ihm. Über eine Saison summiert sich genau das zu Tabellenplätzen.

Welches Format spielt meine Liga?

Es gibt keine einheitliche Norm – die großen Plattformen starten neue Ligen mit unterschiedlichen Voreinstellungen (Stand: Saison 2026, jeweils an den offiziellen Hilfeseiten der Anbieter geprüft):

  • ESPN: volles PPR, 1 Punkt pro Fang.
  • NFL.com: volles PPR, 1 Punkt pro Fang.
  • Yahoo: Half-PPR, 0,5 Punkte pro Fang.
  • Sleeper: veröffentlicht keine Voreinstellung. Hier hilft nur der Blick in die Liga-Einstellungen.
Die Voreinstellung sagt nichts darüber, was deine Liga tatsächlich spielt – jeder Commissioner kann sie ändern, und viele tun das. Sieh vor dem Draft in die Scoring-Einstellungen. Das ist die einzige verlässliche Auskunft.

Was das für deine Spielerauswahl heißt

In PPR gewinnen alle, die oft gefangen werden. Das sind vor allem Wide Receiver mit vielen kurzen Zielen – klassischerweise der Slot Receiver, der zehn Fänge über je acht Yards macht. In Standard ist so ein Spieler unauffällig, in PPR ein Wochensieger.

Bei den Running Backs spaltet das Format die Position: Wer im Passspiel eingebunden ist, steigt in PPR deutlich; der reine Laufspieler, der in der Red Zone die Touchdowns holt, ist in Standard vergleichsweise mehr wert.

Auch Tight Ends profitieren von PPR, weil sie viele kurze Bälle fangen. Trotzdem bleibt die Position die schmalste im Fantasy Football – dafür gibt es eine eigene Sonderregel.

TE Premium: die vierte Variante

Manche Ligen geben Tight Ends mehr Punkte pro Fang als allen anderen – üblich sind 1,5 statt 1,0. Das nennt sich TE Premium und soll die Position attraktiver machen, weil dort nach den zwei, drei Topleuten schnell nichts mehr kommt. Voreinstellung ist es auf keiner der großen Plattformen – bei ESPN und Sleeper lässt es sich einstellen, in den offiziellen Scoring-Kategorien von Yahoo und NFL.com ist eine positionsabhängige Fang-Wertung nicht vorgesehen.

Die übrigen Punktwerte

Diese Werte sind bei ESPN, Yahoo und NFL.com als Voreinstellung identisch:

  • 1 Punkt je 10 Rushing- oder Receiving-Yards.
  • 1 Punkt je 25 Passing-Yards.
  • 6 Punkte für einen Rushing- oder Receiving-Touchdown.
  • 4 Punkte für einen Passing-Touchdown. (Manche Ligen stellen auf 6 um – das hebt Quarterbacks deutlich an.)
  • −2 Punkte für einen verlorenen Fumble.

Eine Ausnahme lohnt sich zu merken: Für eine geworfene Interception ziehen ESPN und NFL.com −2 Punkte ab, Yahoo nur −1. Wer denselben Quarterback in zwei Ligen auf verschiedenen Plattformen hat, sieht deshalb unterschiedliche Punktstände.

Häufige Fragen

Wofür steht PPR?

Für „Point Per Reception“, also Punkt pro Fang. Jeder gefangene Ball bringt zusätzlich einen Punkt – unabhängig davon, wie viele Yards daraus werden.

Ist PPR besser als Standard?

Weder noch – es ist eine Geschmacksfrage. PPR belohnt Beteiligung und macht mehr Spieler brauchbar, was die Wöchentliche Aufstellung interessanter macht. Standard belohnt Big Plays und Touchdowns und führt zu größeren Ausschlägen. Half-PPR ist der Kompromiss und deshalb bei Einsteigern beliebt.

Woher weiß ich, welches Format meine Liga spielt?

In den Liga-Einstellungen unter „Scoring“. Suche die Zeile „Reception“ oder „Rec“: Steht dort 1, spielst du PPR; steht dort 0,5, ist es Half-PPR; steht dort 0 oder die Zeile fehlt ganz, ist es Standard.

Ändert das Format meine Rangliste?

Ja, und zwar spürbar. Deshalb kannst du in unseren Fantasy-Rankings zwischen den Formaten umschalten. Dasselbe gilt für die ADP: Sie unterscheidet sich je nach Format, weil Receiver in PPR früher vom Board gehen.

Kurz zum Mitnehmen

Standard 0, Half-PPR 0,5, PPR 1 Punkt pro Fang – mehr ist der Unterschied nicht, und er entscheidet trotzdem, wen du draftest. Prüfe vor dem Draft die Scoring-Einstellungen deiner Liga, und richte Rangliste und Flex-Entscheidungen danach aus. Wer in einer PPR-Liga nach Standard-Ranking draftet, verschenkt jede Woche Punkte.